War “Rain Man” Autist?

Der Mensch, der als Vorbild für die von Dustin Hoffman verkörperte Figur des "Rain Man" diente, war Savant – nicht Autist. Nur ein Bruchteil aller Autisten sind Savants. Mit der klischeehaften Darstellung eines Autisten in "Rain Man" haben heute noch viele Betroffene zu kämpfen.

Der Film “Rain Man” erzählt die Geschichte eines Mannes (Tom Cruise), der nach dem Tod seines Vaters erstmals seinen Bruder (Dustin Hoffman) kennengelernt. Im Film ist der Bruder autistischer Savant (siehe auch Was ist Autismus?).

Dem Film diente Kim Peek als Vorbild. Kim Peek war nicht Autist, sondern Savant. Ein Savant ist ein Mensch mit Inselbegabung: Diese Person kann in Teilbereichen überdurchschnittliche Fähigkeiten besitzen, während sie eine tiefgreifende Entwicklungsstörung aufweist.

Weltweit gibt es ungefähr 100 bekannte Savants. Die Hälfte von ihnen sind Autisten. Aber nur ein Bruchteil aller Autisten sind inselbegabt (Alexander Knauerhase schätzt den Anteil auf 0,00025 %).

Die Antwort auf die Frage War “Rain Man” Autist? lautet also Jein: Die Figur im Film sollte ein Autist sein, die historische Person, die als Vorbild diente, war nicht Autist.

Dustin Hoffman erhielt für seine Darstellung in “Rain Man” einen Oscar. Zweifellos eine beeindruckende schauspielerische Leistung. Gleichzeitig führte “Rain Man” zu einem von vielen Klischees rund um Autismus: Das des genialen, aber nicht allein lebensfähigen, geistig Behinderten.

Wer Autismus auf “Rain Man” reduziert, verleugnet das breite Spektrum, in dem es “von kognitiven Höchstleistungen bis hin zur schweren geistigen Behinderung” ganz unterschiedliche Ausprägungen gibt (siehe auch Sind Autisten geistig behindert?)

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