Forschung

Studie: Reizüberflutung Grund für vermiedenen Augenkontakt, nicht mangelhaftes Sozialverhalten

Ein Teil der negativen Vorurteile gegenüber Autisten beruht auf dem Mythos, Autisten hätten kein oder nur wenig Interesse an anderen Menschen. Das ist in der Verallgemeinerung falsch; vielmehr fällt vielen Autisten soziale Interaktion schwer.

Symptomatisch dafür ist die Vermeidung von Augenkontakt, ein Zug, den viele Autisten haben. Lange Zeit wurde behauptet, dass dies auf soziales Desinteresse zurückzuführen sei. Einer Studie zufolge war diese Schlussfolgerung aber falsch.

Tatsächlich hat es mit Reizüberflutung zu tun, berichtet Philly.com:

„Die Ergebnisse zeigen, dass reduzierte soziale Interaktivität anders als bisher angenommen nicht auf mangelndes Einfühlungsvermögen zurückzuführen sind“, sagt Nouchine Hadjikhani, Autor der Studie und Professor für Radiologie in Harvard. „Die Vermeidung des Augenkontakts dient vielmehr einer Reduzierung einer unangenehmen Reizüberflutung durch eine Überaktivität in einem bestimmten Bereich des Gehirns.“

Wenn dir also ein*e Autist*in das nächste Mal nicht in die Augen schauen möchte, hat das nicht zwingend mit Desinteresse an deiner Person zu tun.

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