Können Impfungen Autismus verursachen?

Nein, Autismus wird nicht durch Impfungen verursacht. In über 105 Studien konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Die Behauptung geht auf eine fehlerhafte Veröffentlichung eines mit Berufsverbot belegten Arztes zurück. Autismus ist genetisch bedingt.

In der Wissenschaft gilt es als gesichert, dass Autismus einen vorgeburtlichen, also genetischen Ursprung hat. Autismus ist keine durch medizinische Nachlässigkeit ausgelöste Erkrankung (siehe auch Was ist Autismus? und Was ist die Ursache von Autismus?).

Es gibt eine lautstarke Gruppe von Menschen, die aus verschiedensten, in der Regel unberechtigten Gründen Impfungen ablehnen. Die Behauptung, Impfungen würden bei Kindern Autismus auslösen, stellt ein Hauptargument dar.

Dieses Argument entbehrt jeder Grundlage. 107 wissenschaftliche Studien konnten keinerlei Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus herstellen.

Trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Impfungen Autismus verursachen. Seinen Ursprung fand es in einer fehlerhaften und betrügerischen Studie des ehemaligen Arztes Andrew Wakefield. Anhand von 12 Kindern, deren Eltern zum Teil in eine Klage gegen Pharma-Unternehmen verwickelt waren, versuchte er vergeblich, den Nachweis des Zusammenhangs zu erbringen.

Es gibt keinen Beleg dafür, dass Impfungen Autismus verursachen

Im Gegenteil: Nachdem Wakefield seine gefälschte Studie veröffentlicht hatte, untersuchten Wissenschaftler auf der ganzen Welt seine Hypothese:

  • 1999: Eine Studie mit 500 Kindern fand keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus
  • 2001: Auch eine Studie mit 10.000 Kindern konnte keine Verbindung entdecken
  • 2002: Eine Studie in Dänemark untersuchte 537.000 Kinder. Ergebnis? Kein Zusammenhang.
  • 2002: Eine finnische Studie untersuchte 535.000 Kinder. Auch hier: Keine Verbindung
  • 2004: Die Publikation, in der die gefälschte Studie erschienen war, zieht die Veröffentlichung zurück und distanziert sich von Wakefield und seinem Team. Die Publikation wirft ihm ethische Verfehlungen vor, Rosinenpickerei bei der Datenerhebung und das Fälschen von Ergebnissen.
  • 2005: Ein Review von 31 Studien mit mehr als 10 Millionen Kindern findet immer noch keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus
  • 2012: Ein Review von 27 Kohortenstudien, 17 Fallkontrollstudien, 6 Fallserien-Studien, 5 Zeitreihenanalysen, 2 Umweltstudien und einer Cross-Over-Studie stellte wie alle anderen zuvor fest: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Trotzdem verteidigt Wakefield die Behauptung bis heute und schürt Ängste, die dazu führen, dass sehr viele Eltern ihre Kinder und die Kinder anderer Menschen gefährden.

Die Risiken der gängigen Impfungen sind im Verhältnis zum gesundheitlichen und gesellschaftlichen Vorteil äußerst gering. Das Robert Koch Institut geht auf gängige Fragen und Ängste dazu ein. Auf keinen Fall sollte man aus Angst vor Autismus auf die Impfung verzichten. Die Antwort fällt eindeutig aus: Autismus wird nicht durch Impfungen verursacht . Das gleiche gilt für Pestizide (siehe auch Gibt es eine Autismus-Epidemie?)

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