Ist Sheldon Cooper ein Autist?

Die Macher von "The Big Bang Theory" haben nie bestätigt, dass Sheldon Cooper im Autismus-Spektrum liegt. Zweifellos hat er überzeichnete autistische Verhaltenszüge. Amy-Darstellerin Mayim Bialik legt Wert auf die Feststellung, dass die Serien-Figuren nicht pathologisiert werden.

Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory ist eine der beliebtesten Serien-Figuren – nicht zuletzt wegen seiner Eigenheiten und skurrilen Wesenszüge. Diese kann man durchaus im Spektrum des Autismus verorten (siehe auch Was ist Autismus?). Kein Wunder also, dass viele Zuschauer fragen: Ist Sheldon Cooper ein Autist?

Fakt ist, dass die Macher von The Big Bang Theory weder bestätigt noch dementiert haben, dass es sich bei der Figur des Sheldon Cooper (gespielt von Jim Parsons) um einen Autisten handelt (Ausnahme: Jim Parsons verneinte es in einem Interview, glaubt aber, dass jemand im Autoren-Team eine autistische Verwandtschaft hat). Auszuschließen ist es freilich nicht – allerdings würde es sich um eine sehr klischeehafte, wenn auch unterhaltsame Darstellung handeln (siehe auch Was ist das Geek Syndrom?).

Amy-Darstellerin Mayim Bialik hatte eine wundervolle Antwort auf die Frage, ob Sheldon Autist sei:

“Interessant aber auch süß ist, dass wir unsere Figuren nicht pathologisieren. Wir sprechen nicht davon, sie medizinisch zu behandeln oder sie überhaupt wirklich zu verändern. Und ich denke, das macht es interessant für diejenigen, die im wahren Leben unkonventionell sind – wir finden Wege, das zu umgehen. Es muss nicht immer gelöst und behandelt und betitelt werden.”

Sheldon ist einfach Sheldon

Mit dieser Erklärung spricht sie den meisten Autist*innen aus den Herzen. Uns Autist*innen ist es tatsächlich egal, ob Sheldon im Spektrum ist oder nicht. Wir können uns mit vielen seiner Eigenheiten identifizieren, und wir freuen uns, dass sie in der Serie (und ihren Fans) akzeptiert werden. Ein Umstand, den Autist*innen sich im Rahmen einer inklusiven Gesellschaft auch im echten Leben wünschen (siehe auch Ist Autismus heilbar?).

Auch deshalb gibt es nicht wenige Autist*innen, die Fans sind von The Big Bang Theory. Und widerlegen damit auch eine der Stereotypen des Autismus, für die Sheldon steht: Die Annahme, dass Autist*innen per se nicht zu Ironie und Sarkasmus fähig sind. Das Gegenteil ist der Fall.

Nicht repräsentativ

Fak ist aber auch, dass Figuren wie Sheldon Cooper nicht repräsentativ für Autist*innen sind. Weder sind alle Autist*innen geistig behindert noch überdurchschnittlich intelligente Genies (siehe auch Sind Autisten geistig behindert?).

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